Laufende Projekte

Psychische Störungen wie Depressionen und Angststörungen sind weit verbreitet und erzeugen einen hohen Leidensdruck bei Betroffenen und Angehörigen. Obwohl die psychologische und medikamentöse Therapie viele Fortschritte gemacht hat und viele psychische Störungen erfolgreich behandelt werden können, konnte die Häufigkeit psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung bisher nicht reduziert werden. Das liegt u.a. daran, dass viele Betroffene keine professionelle Hilfe suchen oder finden. Wir glauben, dass wir neben den bestehenden Versorgungsmöglichkeiten (z.B. Psychotherapie) eine Vielfalt an psychosozialen Angeboten brauchen, um die Häufigkeit psychischer Erkrankungen in der Gesellschaft zu reduzieren. Zu den vielversprechensten ergänzenden Versorgungsansätzen gehören seit einigen Jahren internetvermittelte Interventionen. Diese können leicht verbreitet, von überall und relativ anonym genutzt werden, und sie haben sich in vielen Studien bereits als wirksam erwiesen.

Unser Ziel ist es, empirisch-fundiertes Wissen zu folgenden Fragen zu erarbeiten:

  • Welche Formen internetbasierter Interventionen sind wirksam?
  • Wer kann von (welchen) internetbasierten Interventionen profitieren?
  • Wie wirken internetbasierte Interventionen?
  • Wie können internetbasierte Interventionen mit traditionellen Ansätzen (z.B. Psychotherapie) kombiniert werden?
  • Wie und unter welchen Bedingungen sollen und können internetbasierte Ansätze in die Regelversorgung implementiert werden?

Hier finden Sie eine Übersicht zu Projekten, in welchen wir auch TeilnehmerInnen suchen

Dass Internet-gestützte Programme bei der Prävention und Behandlung psychischer Störungen gute Dienste leisten können, wurde in den letzten zehn Jahren immer wieder wissenschaftlich belegt. Trotzdem zögern manche europäische Länder, darunter Deutschland, solche Interventionen in die allgemeine Gesundheitsversorgung aufzunehmen. Betroffene haben nur selten Zugang zu wirksamen und evidenzbasierten Angeboten. Zudem ist für den Laien oft kaum zu erkennen, welche Angebote wissenschaftlich fundiert und erprobt sind.

Der neue Forschungsverbund ICare will das ändern. Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien bringen ihre Expertise ein, um ein innovativen, umfassenden Versorgungsmodells zur Förderung psychischer Gesundheit in Europa zu etablieren. ICare steht für evidenzbasierte Prävention, Früherkennung und Behandlung häufiger psychischer Störungen auf einer gemeinsamen Online-Plattform.

ICare soll dazu beitragen, die bestehende Versorgung zu verbessern, neue Zugangswege zu eröffnen, und Implementationsbarrieren zu überwinden. ICare orientiert sich dabei an Kernzielen der EU-Gesundheitspolitik (vgl. eHealth Action Plan 2012-2020 der Europäischen Kommission): Verbesserung der Qualität der Versorgung, Verbesserung des Zugangs zur Versorgung, Verbesserung der Wirksamkeit und Akzeptanz von Online-Interventionen.

Weitere Informationen: Webseite des EU-Projektes

Psychotherapeuten arbeiten zunehmend integrativ: Sie sind meist in einer bestimmten Richtung (wie Freudsche Psychoanalyse oder Verhaltenstherapie) ausgebildet, eignen sich aber später auch Elemente anderer Richtungen an und werden damit konzeptuell und technisch flexibler.

Heutzutage entwickeln sich Psychotherapeuten kaum weiter, indem sie von einem psychotherapeutischen Ansatz, in dessen Erlernen sie viel Zeit und Geld investiert haben, gänzlich zu einem anderen wechseln. Eher integrieren sie Elemente eines neuen, als nützlich erkannten Ansatzes, in ihren bestehenden Ansatz.
Was aber spielt sich ab, wenn Psychotherapeuten eine solche Integration vornehmen? Welche Auswirkungen hat die Integration auf die Ergebnisse solcher Therapien, welche Auswirkungen auf den Prozess, die Art und Weise, in der therapeutische Veränderungen stattfinden? Gibt es Friktionen, wenn Neues zum Alten kommt, und wenn ja, wie gehen Therapeuten damit um? Geht durch das Hinzukommen von Neuem auch Altbewährtes verloren? Gibt es Patienten, die besser vom alten und solche, die besser vom neuen, integrierten Ansatz profitieren?

Solchen Fragen wird in einer experimentellen Untersuchung an der Psychotherapeutischen Praxisstelle der Universität Bern nachgegangen, in der exemplarisch neue Elemente wissenschaftlich fundierter Therapien in die bereits bestehende integrative Form der Kognitiven Verhaltenstherapie integriert werden. Die 130 vorgesehenen Patienten (mit Diagnosen Depression, Ängste und Anpassungsstörungen) werden von gut 40 Therapeuten über rund 25 Sitzungen mit empirisch bewährten Interventionen behandelt.

Projektleitung: Prof. Dr. Franz Caspar
Projektbegleitung: Prof. Dr. Thomas Berger, Prof. Dr. Martin grosse Holtforth
Projektmitarbeitende: M.Sc. Anna Babl, M.Sc. Sara Heer, M.Sc. Mu Lin, M.Sc. Annabarbara Stähli

Bei Interesse oder Fragen zur Studie melden Sie sich bitte bei den Studienkoordinatorinnen via improve@psy.unibe.ch.

E-COMPARED ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, in welchem in verschiedenen Ländern die Kombination von Psychotherapie mit internetbasierter Selbsthilfe bei depressiven Patienten untersucht wird. In der Schweiz wird die Studie in den Kantonen Bern und Zürich durchgeführt.

Die Daten werden im Moment ausgewertet. Auf der Homepage des EU-Projektes werden laufend die neusten Erkenntnisse publiziert: https://www.e-compared.eu